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Nachruf Eberhard Irlinger

Am 29. April 2026 verstarb unser Ehrenmitglied Eberhard Irlinger.

Landrat Eberhard Irlinger und seine Aktivitäten um den Aischgründer Karpfen -
ein Nachruf

Eberhard Irlinger ist am 29. April 2026 im Alter von 80 Jahren verstorben. Er hatte in seinem Leben sehr viele Verdienste in unserer Heimat. Neben seinem Wirken als Lehrer in Lonnerstadt war er schon sehr früh auch im Stadtrat von Höchstadt aktiv. Seit 1978 war er bereits Mitglied im Kreistag Erlangen-Höchstadt Von 1990 bis 2002 war er Abgeordneter im Bayerischen Land-tag. 2002 wurde er zum Landrat im Landkreis Erlangen-Höchstadt gewählt. Dieses Amt hatte er bis 2014 inne. Eberhard Irlinger hat sich stets mit ganzer Schaffenskraft für seine Heimat ein-gesetzt. Der Mensch stand bei ihm immer im Mittelpunkt. Mit großer Energie und Kreativität verfolgte er dabei die Ziele, die Welt gerechter, die Demokratie fester und die Heimat liebens- und lebenswerter zu machen. Daher verstand es sich für ihn von selbst, sich auch mit jeder Lebensader für die heimische Karpfenteichwirtschaft einzusetzen. Er hat so vieles initiiert und mit Leben gefüllt. So war es für ihn selbstverständlich, bei der Gründungsveranstaltung der Interessengemeinschaft „Karpfenland Aischgrund“ am 31. August 1999 als Gründungsmitglied anwesend zu sein.  Kaum im Amt als Landrat hat er einen Bus Shuttle, den „Karpfen und Keller-Express“,ins Leben gerufen, bei dem ein ÖPNV-Bus mit einem Anhänger für Fahrräder aus-gestattet wurde.Der Aischgrund war so für Radfahrer aus dem nahen Ballungsgebiet attraktiver erreichbar.Ebenso hatte erdie Idee, diein einer Studie des Instituts für Fischerei und der FAU gesammelten Adressen der Aischgründer Fischküchen als Broschüre mit allen etwa 80 Fischküchen des Landkreis „ Karpfengaststätten – hier gibts unseren feinen Karpfen“ herauszugegeben, welche seitdem jährlich neu aufgelegt wird. Jährlich hat er eingeladen zu einem Erntegespräch zur Teichwirtschaft, wo er sich über die aktuelle Situation erkundigt hat. Ebenso hat er jährlich die Gastwirte zu einem Karpfenessen eingeladen, um sich über ihre Situation zu informieren, hat über einige Jahre mit Prominenz den „Karpfenauftakt“ gefeiert und ein Kochbuch mit Rezepten veröffentlicht.So hat er Vieles bewegt und es kann hier nicht alles aufgeführt werden.

Im Jahr 2001 war der „Aischgründer Karpfenpass“ durch das Institut für Fischerei und die Teichgenossenschaft Aischgrund ins Leben gerufen und von „Karpfenland Aischgrund“ heraus-gegeben worden. Er war ein neuer Wegbegleiter für alle Karpfenfreunde. Man konnte während der Karpfensaison eintragen, welche Fischküche man besucht hatte. Am Ende der Saison wurde ausgewertet, wer die meisten Karpfen gegessen hatte.  Und da war im Herbst 2002 die Über-raschung groß! Hat doch der Landrat Eberhard Irlinger mit 60 Karpfenportionenpersönlich die meisten in der Saison 2001/2002 gegessen. Bei einer der großen Faschingsveranstaltung der Höchstadter Fosänachter in der Höchstadter Aischtalhalle bekam er dann prompt vom Bütten-redner und Bauchredner Willi Dennerlöhr aufgrund seiner Zugehörigkeit zur SPD und dem üppi-gen Karpfenkonsum den Spitznamen „roter Kormoran“. Mit diesem Spitznamen ist er weit über die Grenzen des Aischgrunds hinaus bekannt geworden und mit einem Schmunzeln erzählt man noch heute gerne davon. Er hat übrigens in den zwei Folgejahren seinen Konsum noch ge-steigert (2002/2003: 78 Karpfen; 2003/2004: 65 Karpfen; sein Karpfenpass ist heute im Karpfenmuseum in Neustadt einzusehen). 

In vielen geselligen Runden war Eberhard Irlinger – dann immer mit Gitarre - dabei! Wie oft konnten wir dabei gemeinsam das Karpfenlied aufführen! Selbstverständlich beteiligte er sich bei einer Radtour im Jahr 2002 entlang des damals kurz zuvor eingeweihten Karpfenradweges, der von Dinkelsbühl nach Erlangen führte. Einige Jahre lang war es Usus, die Eröffnung der Karpfensaison um Mitternacht am 1. September im Weberskeller um 0.00 Uhr mit großer Medienbegleitung durchzuführen. Das waren damals oft lange Nächte. Fürmich auch unver-gesslich, dass er damals als Landrat extra mit seinem ebenso unvergessenen Fahrer Gerhard Steinlein nach Feuchtwangen fuhr, um gemeinsam mit mir das Karpfenlied bei den Feucht-wangener Fisch- und Wildtagen aufzuführen. Oder wie mich Gerhard Steinlein überraschend mitten in der Nacht abholte und wir kurzfristig gemeinsam mit Eberhard Irlinger und den Well-Brüdern (BiermöslBlosn) das Karpfenlied im Festsaal der Barmherzigen Brüder in Gremsdorf aufführten.

Lieber Eberhard!

Danke für Alles, was Du auch für die Aischgründer Teichwirtschaft bewegt hast und für die vielen schönen Momente! Für Viele und Vieles bleibst Du unvergessen!

In dankbarer Erinnerung

Martin Oberle

 

 

 

 

 

 

 

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